Mama Lujas #Familienalbum – Kindheitserinnerungen

An einer Blogparade teilzunehmen ist ja immer ein bisschen wie einen Aufsatz zu schreiben – schon mal eine Sache, die ich in meiner Kindheit geliebt habe…

Darum konnte ich nicht widerstehen, als die liebe Nina alias Frau Mutter zu ihrer wunderbaren Blogparade zum Thema #Familienalbum aufgerufen hat.

Ich bin Baujahr 1978 – kein Grund, das jetzt genau nachzurechnen, Leute (ja, ich bin 36) – und irgendwie ist das doch alles noch gar nicht so lange her, oder? Als Mama eines Feuerwehrmanns (3) und einer Ballerina (5) merke ich das Älterwerden aber doch so langsam. Wenn man sich zum Beispiel in einem Film nicht mehr mit der pubertierenden Tochter, sondern mit der besorgten Mutter identifiziert…

Hier folgt nun jedenfalls ein kleiner thematisch sortierter Einblick in Mama Lujas #Familienalbum:

Fernsehkind

Das Größte für meine kleine Schwester und mich waren früher alle vier Wochen die Samstag Abende, wenn unsere Eltern beim Kegeln waren (noch so’n 80er Ding, oder?) und wir bei Oma und Opa schlafen durften. Da lagen wir nämlich gemütlich im Nachtpolter auf dem Teppich vorm Röhrenfernseher und haben „Wetten, dass“ geguckt. Zum Umschalten musste man mangels Fernbedienung noch aufstehen! Dazu gab es ein Banjo und als Hauptgang Pommes aus der Pfanne mit Majo aus der Tube. Das hatte aber vermutlich weniger mit den 80ern als viel mehr etwas mit Omas Art zu Kochen zu tun… Und am schönsten fanden wir Werbung raten. Damals wurde da noch nicht weggezappt. Und es gab auch höchstens gefühlte 7 verschiedene Werbespots – und eigentlich auch nur für Kaffee, Waschpulver und Süßigkeiten: Jacobs Krönung, Mentos, Melitta, Deinhardt Sekt, Milka, weißer Riese und Bärenmarke. Die Sesamstraße war noch mit Lilo und Tiffy. Das Spannendste, was ich mir als Kind vorstellen konnte war Ronja Räubertochter oder Willow (mein Mann kennt den Film auch nicht) und der böseste Bösewicht hieß Gargamel. Später sind wir am Wochenende manchmal total früh morgens aufgestanden und haben heimlich Inspector Gadget im englischen Kinderfernsehen geguckt. Feuerwehrmann Sam hieß damals noch Grisu, unsere Lillifee war Regina Regenbogen und Biene Maja war noch in 2D.

Leibgerichte

Gibt es eigentlich noch LIGA-Kekse? Die habe ich im Kindergarten geliebt. Sahen aus wie aufgepustete Butterkekse und hatten eine wunderbar matschige Konsistenz. Später in der Grundschulzeit holte ich mir gerne schon mal für 50 Pfennig eine gemischte Schnuckel-Tüte am Kiosk (damals gab’s da auch noch Negerkuss-Brötchen). Da gehörten unbedingt rein: eine Leckmuschel, drei Saure Zungen, ein mal Double Dip, ein Flötenlolli, rosa Kaugummi aus der Tube und ein Monsterball. Wie hieß denn bloß nochmal dieses Eis, in dem unten eine Kaugummi-Kugel drin war? Kuli? Das Lieblingsgericht meiner Kindheit ist definitiv Milchreis mit Zimt und Zucker. Eigentlich ist es das auch heute noch. Ein Spagetti-Eis kostete damals übrigens noch 4,- DM. Und in den Kaugummi-Automaten (die hingen früher fast an jeder Ecke) passten sogar Groschen. Kriegt man heute für 5 Cent eigentlich noch irgendwas?

Spielkind

Mein Kindergartenfreund und ich haben früher gerne Müllabfuhr gespielt. Wie das geht? Einfach alle in Kisten sortierten Spielsachen auf’s „Elternbett“ kippen. Gut dass meine Kinder das noch nicht für sich entdeckt haben. Bitte nix verraten. Groß im Trend waren auch meine Rollschuhe. Die sahen aus wie stylische Sneakers auf 4 Rollen – natürlich mit „Stopper“ vorne. Da ich im Oktober Geburtstag habe, musste dieses Geschenk wetterbedingt natürlich drinnen im Flur (1 x 4 m) getestet werden. Super Rennstrecke. A propos drinnen spielen: Ich hatte auch eine Schaukel im Keller – als echtes Schaukelkind braucht man eine wetterfeste Alternative zur Gartenschaukel. Dieses Lieblingsspielzeug habe ich vor meinen Kindern nicht verheimlicht – die haben jetzt auch eine… Wer kennt noch die Kinderpost von Schmidt? Aus Pappe? Die würde heute doch keine 10 Minuten überleben.

Sport und Politik:

Diese Themen sind früher irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich durfte aber auch noch keine Nachrichten gucken (zu spannend). Ich weiß aber, dass Boris Becker irgendwann mal Wimbledon gewonnen hat und Deutschland irgendwann mal Weltmeister geworden ist. Und aus irgendeinem Grund habe ich kurz vor der Einschulung mal einen Brief an Helmut Kohl geschrieben. Meine Mutter weiß auch nicht mehr, warum?!

Hobbies

Ich liebe Lesen. In der Bücherei blieb früher die Zeit stehen. Da war es immer so gemütlich und man konnte sich seine Lieblingsbücher umsonst ausleihen: Fünf Freunde, die unendliche Geschichte, Hanni und Nanni, Astrid Lindgren, TKKG, die drei ???, Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg Kassetten. Und da gab’s hinten in den Büchern noch die Ausleihkärtchen, die jedes mal extra gestempelt wurden, wenn man ein Buch ausleihen wollte. Was für ein Aufwand. Hatte eigentlich noch jemand außer mir in der Grundschule ein Flohkiste-Abo? Das war so’ne pädagogisch wertvolle Kinderzeitschrift. Ansonsten haben wir auch gerne Glanzbilder getauscht. Wer cool war, hatte ein Glücksbärchi Panini Sammelalbum oder was von Snoopy. Im Sommer wurde Gummitwist getanzt, im Winter so viele Schneemänner und Iglus gebaut, bis man die durchnässten Handschuhe bei Durst auslutschen konnte (von wegen GoreTex!).

Musik und Technik

Life is life war liedtechnisch lange ganz weit vorne. Warum eigentlich? Hatte vermutlich auch wieder mit dem Kegelclub meiner Eltern zu tun. Wir haben aber auch Lieder aus dem Radio direkt auf die frisch mit dem Bleistift wieder aufgespulte Kassette aufgenommen – war immer ganz schön schwer, da den Anfang des Songs zu treffen… Was ich ein bisschen beim Telefonieren mit den alleskönnenden Smartphones vermisse (nicht die Wählscheibe!): verträumt den Finger in die dicke schwarze Schnur wickeln, während man sich den Hörer zwischen Ohr und Schulter klemmt, um die andere Hand frei zu haben, um den ganzen Apparat so weit das Kabel reicht die Treppe hoch zu tragen – weg von lauschenden Elternohren… SMS gab’s auch nicht: statt dessen haben wir in der Grundschule Zettelchen hin und her geschrieben (die meine Grundschulfreundin fantastischerweise sogar bis heute immer noch hat).

Was vergessen?

Eure Mama Luja

5 Kommentare

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