Es ist alles nur eine Phase.

Wenn ihr euch einen einzigen Satz aussuchen dürftet, den ihr anderen oder werdenden Eltern aus eurem Erfahrungs-Schatz mit auf den Weg geben könntet, welcher wäre das? 

Alle frischgebackenen Mamas kennen das. Sobald der Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis von einer Schwangerschaft Wind bekommt, hagelt es aus allen Richtungen Tipps und gut gemeinte Ratschläge für alle nur denkbaren Kinder-Szenarien.

  • „Seht zu, dass die Kinder von Anfang an in ihrem eigenen Bett schlafen, sonst wird das nie was!“
  • „Fliegergriff. Ihr müsst unbedingt den Fliegergriff können.“
  • „Schlaf, wenn dein Kind schläft!“
  • „Meldet euch direkt nach der Geburt zum PEKIP-Kurs an, sonst sind die guten Plätze alle weg.“
  • „Babyschwimmen und Trampoline sind so wichtig für die körperliche Entwicklung!“
  • „Du darfst auf keinen Fall …“
  • „Ihr müsst unbedingt …“

Zunächst dankbar für erste spannende Einblicke in die neue, große, weite fremde Welt des zukünftigen Eltern-Seins, stellt sich doch irgendwann eine gewisse Unsicherheit in. Jede Entscheidung das Baby betreffend wird gefühlte 42 Mal abgewogen. Vom Schnullerkauf bis hin zum richtigen Fläschchenwärmer.

Ist das Baby dann auf der Welt, macht MAMA sich konstant sorgen, ob sie alles richtig macht. Zumindest war das bei mir so. Vor meiner Elternzeit war ich total durchorganisiert, hatte alles im Griff. Mit Baby wird erst mal die komplette Welt und alle ihre bisher gültigen physikalischen und psychologischen Gesetze auf den Kopf gestellt.

Hört auf euer Bauchgefühl!

Spätestens aber nach den ersten sich komplett widersprechenden Tipps, z. B. was unbedingt einzuhaltende Fütter- und Schalfrituale angeht, folgt dann endlich die gesunde Eltern-Skepsis.

Im Prinzip hat die Natur es ja durch den Mutterinstinkt schon so angelegt, dass man automatisch zumindest einigermaßen alles richtig macht, indem man einfach auf die Bedürfnisse des Kindes und seinen eigenen Bauch hört. Und doch schwirren diese ganzen gut gemeinten Ratschläge noch weiter durch den durch Schlafentzug und Stilldemenz durchlöcherten Mama-Kopf.

Kinder haben ihren eigenen (Dick-) Kopf

Wenn die Kinder dann größer werden, greifen plötzlich einige der erziehungstechnischen Überlegungen, die man sich mal vorgenommen hatte, nicht mehr. Der Nachwuchs entwickelt ziemlich schnell eine eigene Persönlichkeit und Vorstellung von der Welt und stellt damit seine Eltern vor die nächste Probe:

  • Ehemals größte Fans von Möhren weigern sich, jegliche Orange-farbene Nahrung zu sich zu nehmen und essen wochenlang nur trockene Nudeln mit Parmesan.
  • Von Mama ausgesuchte Outfits werden konsequent ignoriert und so lange angebrüllt, bis sie wieder im Schrank verschwunden sind und gegen irgendetwas mit einer aktuellen Disney-Figur drauf getauscht wurden.
  • Im Kindergarten aufgeschnappte Schimpfwörter werden in jeder sich bietenden Gelegenheit öffentlichen Rampenlichts aufmerksamkeitsstark nur so herausgeschmettert.
  • Fingernägel dürfen nur nach einem 30-minütigen Oscar-reifen Kinder-Drama mit der Tochter in der Hauptrolle des verzweifeltesten Kindes auf der Welt überhaupt in Kontakt mit einer Nagelschere kommen.

Was nun? Wer liefert denn jetzt mal eine schnelle, allumfassende Lösung?

Jetzt kommt der eine Satz, der mich schon regelmäßig davor bewahrt hat, meine Kinder nicht zumindest in Gedanken zur Adoption freizugeben:

ES IST ALLES NUR EINE PHASE.

Es hilft einfach, sich daran festzuhalten, wenn man so einen zeternden kleinen Trotzzwerg vor sich stehen hat, oder mal wieder praktisch für sich alleine gekocht hat, weil in den Nudeln vom Kochen in Brühe noch „ETWAS GRÜNES, IIIIIIHHHHH!“ war.

Was für die oben genannten Schreckens-Szenarien gilt, findet traurigerweise aber oft auch in den gut funktionierenden Phasen des Elternseins seine Anwendung.

  • Ihr freut euch, dass die letzte Magen-Darm-Welle aus dem Kindergarten spurlos an euch vorbei gegangen ist? Na-ha-hein… Getreu dem o.g. Motto werdet ihr dafür sicherlich in der folgenden Woche mit einer anderen wunderbar ansteckenden Kinderkrankheit belohnt.
  • Ihr tauscht verliebte Blicke mit eurem Mann, die besagen, was ihr doch für liebe, sich super vertragende Kinder habt, die jetzt schon sooo lange in ihren Kinderzimmer miteinander spielen? Zack – in der nächsten Minute steht eins davon petzend vor euch um zu berichten, was das Andere ihm soeben weggenommen oder Böses gesagt hat …

Und oft ist bei dem einen Kind eine schlimme Phase gerade vorbei, fängt in der Regel beim nächsten Kind eine neue Phase an.

Macht mit und sagt mir euren Lieblings-Tipp!

Was da hilft: LOCKER BLEIBEN! Es ist eben wirklich alles nur eine Phase. Erst mal geschmeidig hinter der Kühlschranktür den letzten Kinderriegel selbst einwerfen. Die Kinder schnappen und ausgiebig durchkitzeln und durchschmusen. Alles genießen und die wunderschönen Mama-Momente, die das Leben mit Kindern bietet, unlöschbar abspeichern.

Oder macht euch Luft und schreibt mir, welcher Satz euch immer wieder vorm Durchdrehen rettet. Ich bin echt neugierig, welcher Tipp für euch der EINE wirklich wichtige Satz ist. Gerne lege ich daraus eine kleine Sammlung an. Das wäre in jedem Fall sehr spannend und bestimmt lustig zu lesen …

Wer macht mit? Lasst mir einfach einen Kommentar da oder schreibt mir eine Mail an mamaluja@gmx.de

Eure MAMA LUJA

 

2 Kommentare

  1. Hallo Mama Luja! Hab gerade den Artikel gelesen und sehr geschmunzelt, meine 2 HEXEN treiben mich auch immer wieder in den Wahnsinn. (fast 3 Jahre und knappe 14Monate) ich mach es wenn möglich ganz in alter Bad Boys Manier ‚Wuuuuuzzzzzaaaaa‘ oder ich singe bzw summe (natürlich ein Kinderlied, andere Musik höre ich nicht mehr sehr viel…) allerdings kommt dann von der Grossen wenn sie so richtig in Rage ist nur Mama nicht singen!!! Ich werd auch mal den Es ist alles nur eine Phase Satz versuchen, allerdings denk ich nach dem 2.Versuch werd ich das dann tgl von meinem grossen Papagei hören, bribgt mich dann sicher zum lächeln 😁 glg und weiter so!

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  2. Ich, alleinerziehend, ohne Familie in der Nähe: „kein wunder dass dein kind so auf dich bezogen ist, das liegt am stillen“ „kein wunder dass dein kind mit 19 monaten so schlecht isst/schläft, das liegt am stillen“ „und überhaupt liegt es am familienbett dass es von niemand anderen ins bett gebracht werden kann“ …..

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